Umfragen durchführen

Gelesen bei AboutWebDesign.de
URL: http://www.aboutwebdesign.de/awd/content/994932592.shtml

"Es ist wichtig, zu wissen, von wem die eigene Site eigentlicht besucht wird. Sowohl Marketing als auch Verkaufsstrategie lassen sich dann auf die tatsächliche Klientel anpassen."

Diese Aussage ist sicherlich eine Binsenweisheit. Interessant dabei vor allem: wie komme ich als Webmaster eigentlich an die mich interessierenden Informationen?

Vorgedanken


Ein Webmaster "stolpert" ziemlich oft in solche Situationen. Manchmal, eine sehr elementares Problem, weil eben Verkaufs- oder Marketingstrategien optimiert werden müssen. Oder auch nur, um zu erfahren, ob die neue Site-Sektion gut ankommt.

Das Mittel der Wahl ist hier wohl eine Umfrage. Genügend Traffic vorausgesetzt (schließlich braucht man ja auch Surfer, die die Fragen dann beantworten), ist die Umfrage eine ziemlich effiziente und preiswerte Methode - jedoch mit gewissen Einschränkungen, wie sich weiter unten noch zeigen wird.

Wer eine Umfrage durchführt, sollte am besten die folgenden 5 Schritte befolgen. Wer hier nicht schlampt, sollte mit guten Ergebnissen rechnen können.

Planungsphase



Zunächst einmal gilt es, die grundsätzlichen Ziele der Umfrage im Detail zu definieren:

Weiterhin sollte geklärt werden, wer sich um die Auswertung der Umfrageergebnisse kümmert.

Nur, wer hier richtig plant, kann hinterher die richtigen Fragen stellen.

Technische Planung



Sind die generellen Planungen abgeschlossen, so sollten Sie beginnen, sich mit den technischen Details zu beschäftigen.

Es gibt ziemlich viele CGI-Scripts, die Umfragen abwickeln. Eine recht brauchbare Auswahl findet sich beim CGI Resource Index.

Eine Alternative dazu ist Zoomerang. Die Benutzung von Zoomerang ist einfach und erfordert im Gegensatz zu den CGI-Scripts keine technischen Vorkenntnisse. Zoomerang ist kostenlos. Nur im Falle einer längeren Datenspeicherung (länger als 30 Tage) muss eine Gebühr von 199$ entrichtet werden.

Die richtigen Fragen stellen



Wer die richtigen Fragen stellt, wird auch die richtigen Antworten erhalten - leider gilt auch der Umkehrschluss.

Es gilt also, klare und vor allem eindeutige Fragen zu formulieren.

So z.B. ein schlechtes Beispiel:

"Wie oft gehen Sie einkaufen"? Häufig / Manchmal / Selten

Besser wären konkretere Antwortmöglichkeiten:

"Wie oft gehen Sie einkaufen"? Einmal pro Woche / Zweimal pro Woche / Jeden zweiten Tag

Ebenfalls zu vermeiden sind komplizierte Formulierungen:

"Ist es nicht wahr, dass Sie im Grunde keine Hülsenfrüchte mögen?" Ja / Nein

Deutlich besser wäre:

"Mögen Sie Hülsenfrüchte?" Ja / Nein

Achten Sie darauf, eine gewisse Fragekonsistenz beizubehalten. Soll heißen: wenn Sie den Surfern bei einer Frage differenziertere Antwortmöglichkeiten als Ja/Nein geben, dann versuchen Sie, den Surfern solche Antwortmöglichkeiten bei allen Fragen zu geben.

Im Allgemeinen gilt, dass differenzierte Antwortmöglichkeiten im Endeffekt zu genaueren Ergebnissen führen, jedoch auch schwieriger zu beantworten sind.

Vermeiden Sie, zu viele Fragen zu stellen. Nur wenige Surfer werden sich sonst die Mühe machen, an der Umfrage teilzunehmen. Hier gilt die Regel "Weniger ist mehr".

Die Umfrage starten



Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen - der Launch der Umfrage steht nun kurz bevor.

Bereiten Sie vorher noch ein kleines Gewinnspiel für alle teilnehmenden Surfer vor, das erhöht die Motivation der User, überhaupt teilzunehmen.

Nun sollte die Umfrage gestartet werden.

Verlinken Sie Ihr Umfrageformular so, dass es jedem Benutzer ins Auge springt. Vermeiden Sie gleichzeitig aber, Ihre Benutzer damit ständig zu nerven. So reicht z.B. eine Erwähnung der Umfrage in Ihren News.

Auswertung



Ist die Umfrage beendet, muss mit der Auswertung der Daten begonnen werden. Wer Zoomerang benutzt, hat es leicht: Auswertungen können problemlos "zusammengeklickt" werden.

Anderenfalls bietet es sich durchaus an, die Daten z.B. in Microsoft Excel zu analysieren. Oder, für echte Profis: ein Statistikprogramm. Hier finden Sie einen Überblick über derzeit auf dem Markt befindliche Statistikprogramme.

Nach dem technischen Teil der Auswertung stehen Sie auch noch vor dem Problem, die Daten interpretieren zu müssen. Dabei stellt sich oft die Frage nach der Ehrlichkeit der Benutzer: davon kann oft nicht ausgegangen werden, wie sich z.B. bei Usability-Tests zeigt.

Oder, ein anderes Problem: liefert die Umfrage repräsentative Ergebnisse? Zunächst einmal sollten Sie auf jeden Fall davon ausgehen, dass dem nicht so ist. Wird z.B. ein hochbeschäftigter Geschäftsmann statistisch häufiger oder seltener an Umfragen teilnehmen als ein sich langweilender Teenager? Die Probleme verschärfen sich, wenn Sie die Umfrage mit einer "Belohnung" koppeln. So z.B. bei Gewinnspielen: welche Benutzergruppen Ihrer Site interessieren sich überhaupt für die Möglichkeit, etwas zu gewinnen? Und wenn Ihre Seite dann noch in Kostenlos-Katalogen wie Geizkragen gelistet wird, haben Sie Umfrageteilnehmer aus Gruppen, die sonst nie auf Ihrer Site auftauchen.