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In den USA ist es Gesetz, hier gehört es zumindest zu den guten Sitten: Behinderte Mitmenschen nach Möglichkeit nicht zu benachteiligen. Das Web gewinnt rasant an Bedeutung, insofern ist die Frage, wie man Behinderten den Zugang zu seinen Webseiten ermöglichen kann, durchaus vernünftig.
Übrigens gibt es auch andere Gründe, seine Seiten behindertengerecht zu gestalten: es gibt Millionen Menschen, die Maus, Tastatur oder Bildschirm nicht benutzen können, wie es eigentlich von den Vätern der modernen Benutzeroberflächen vorgesehen wurde. Alle diese Menschen könnten Probleme haben, Ihre Website zu bedienen, wenn Sie nicht zumindest gewisse Minimalstandards einhalten.
Problemgruppen
Beim behindertengerechten Webdesign müssen wir uns in erster Linie auf bestimmte Gruppen konzentrieren. In erster Linie sind dies Menschen mit Seh- bzw. Hörbehinderungen, kognitiven und motorischen Behinderungen.
Generelle Hinweise
Unabhängig von allen anderen Vorgehensweisen und Strategien sollten Sie versuchen, HTML richtig im Sinne seiner Erfinder zu verwenden. HTML-Tags sind in erster Linie inhaltliche Kennzeichnungen und keine Layout-Anweisungen, auch wenn das inzwischen oft vergessen wird. Im Klartext: verwenden Sie nicht <b> oder <font size="+3">, wenn Sie eine Überschrift setzen wollen. Verwenden Sie stattdessen <H1>für die Seitenüberschrift, <H2> für Unterüberschriften und <H3> für noch feinere Gliederungen.
Halten Sie sich an diese Empfehlung, werden alle Menschen, die keinen Browser benutzen, deutlich besser mit Ihrer Site zurechtkommen. So gibt es z.B. Geräte, die eine HTML-Seite vorlesen. Eine vernünftige - und für das Gerät auch erkennbare, daher die Empfehlung, auch Überschrift-Tags zu benutzen - Gliederung macht da die Navigation innerhalb Ihrer Texte schon viel leichter.
Sehbehinderungen
Eine Sehbehinderung ist, wenn es um den Zugriff aufs Web geht, wohl am schwerwiegendsten. Was aber oft vergessen wird, ist die Tatsache, dass viele Sehbehinderte nicht vollkommen blind sind. Auch die Rot-Grün-Farbblindheit zählt zu den Sehbehinderungen. Achten Sie also darauf, möglichst starke Kontraste zwischen Vorder- und Hintergrund einzusetzen und keine zu kleinen Schriftgrößen zu verwenden. Vermeiden Sie hier besonders die Kombination von Rot und Grün. Das werden Ihnen nicht nur Ihre sehbehinderten, sondern auch alle anderen Benutzer danken. Achten Sie auch darauf, möglichst einfarbige Hintergründe zu verwenden. Muster reduzieren generell die Lesbarkeit.
Extrem wichtig ist das ALT-Tag bei Bildern, die zur Navigation eingesetzt werden:
<img src="navbutton1.gif" alt="Home"> Das ermöglicht es nämlich auch einem Blinden, Ihre Navigationsbuttons zu verstehen und zu benutzen. Achten Sie auch darauf, sinnvolle Beschreibungen einzusetzen. Das ALT-Attribut sollte kurze, prägnante Aussagen (oder optimalerweise nur ein einziges Wort) enthalten. Bilder, die nur zur Dekoration dienen, brauchen kein ALT-Attribut.
Hörbehinderungen
Im Allgemeinen sind die meisten Seiten im WWW auch für Personen mit Hörbehinderungen gut nutzbar. Ausnahmen sind, z.B., Seiten, auf denen Benutzer sich Videoclips ansehen können, in denen viel gesprochen wird. Untertitel wären hier sinnvoll.
Motorische Behinderung
Eine motorische Behinderung liegt dann vor, wenn ein Benutzer z.B. seine Maus nicht genau positionieren kann. Achten Sie also darauf, dass Ihre Seiten auch ohne Maus benutzbar sind. Normale Links stellen hier kein Problem dar, Client-seitige Imagemaps auch nicht. ActiveX-Controls und Java sind hier schon problematischer. Jedoch ist es auch hier möglich, die entsprechenden Anwendungen von der Tastatur steuerbar zu machen.
Kognitive Behinderungen
Für Benutzer mit kognitiven Behinderungen gelten im Allgemeinen die gleichen Regeln der Usability wie für normale Benutzer, nur verschärft. Strukturieren Sie Ihre Texte und Seiten klar und übersichtlich. Verwenden Sie eine klare Sprache. Sorgen Sie für eine passende Beschriftung Ihrer Links.
Fazit
Versuchen Sie, sich an so viele der hier präsentierten Ratschläge wie möglich zu halten. Ihre Benutzer werden es Ihnen garantiert danken. Übrigens sind manche Ratschläge, wie z.B. die Verwendung von HTML als Inhalte beschreibende Sprache, nicht nur für behindertengerechtes Webdesign wichtig. Es ist z.B. damit zu rechnen, dass in Zukunft viele Surfer über Mobilgeräte wie Palms oder Handys online gehen werden. Diese Benutzer werden ausgeschlossen, wenn Sie für einen bestimmten Browser, eine bestimmte Bildschirmbreite oder ähnliches optimieren.
Wollen Sie Ihre Seiten diesbezüglich testen, sehen Sie sie sich doch einmal in einem Textbrowser wie Lynx an.
Weiterführende Links
Das BMWi hat eine Aktion "Internet ohne Barrieren" gestartet, die sich dafür einsetzt, behinderten Menschen den Internet-Zugang zu ermöglichen bzw. zu vereinfachen. Für jeden, der sich näher mit dem Thema beschäftigen will, ist die Homepage der Aktion einen Blick wert.
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