Schriften/Textgestaltung

Gelesen bei AboutWebDesign.de
URL: http://www.aboutwebdesign.de/awd/content/970612510.shtml

Gerade die Wahl der richtigen Schriftart entscheidet darüber, ob ein Besucher den Text Ihrer Seiten als angenehm zu lesen empfindet. Aber leider müssen wir Sie im Voraus informieren: die absolut perfekte Schriftart gibt es nicht.

Serifen


Schriften lassen sich im Allgemeinen in zwei Kategorien unterteilen: solche mit Serifen und serifenlose. Serifenlose Schriften sind z.B. Verdana, Arial oder (beim Mac) Sans Serif. Eine Schrift mit Serifen ist die Times New Roman. Diese beiden Schrifttypen unterscheiden sich durch ihre "Schnörkel": die serifenlosen Schriften haben meist ein ziemlich glattes Schriftbild, die Schriften mit Serifen dagegen haben deutlich mehr "Schwünge" in ihren Buchstaben.

Verallgemeinert lässt sich sagen, dass die meisten Besucher für den Bildschirm klare, serifenlose Schriften wie Tahoma, Verdana und Arial bevorzugen. Gerade Tahoma ist derzeit "in".

Heißt das, dass man prinzipiell keinen Gebrauch von einer Serifen-Schrift machen sollte? Nein. Manchmal sind Schriften wie die Times New Roman typographisch einfach passender. Es spricht kein formaler Aspekt gegen ihre Verwendung.

Bitmap und TrueType


Technisch sind zwei Schrifttypen zu unterscheiden: Bitmap-Schriftarten und TrueType-Schriftarten. Erstgenannte sind dabei im wahrsten Sinne des Wortes als Bitmap gespeichert. Will man eine solche Schrift in einer Größe verwenden, die nicht von vorneherein in der Schriftdatei abgespeichert wurde, hat man mit störenden Effekten wie Verpixelung zu tun. Im Gegensatz dazu TrueType-Schriftsätze: hier liegen die Buchstaben als Vektorgrafiken vor, hier wird sozusagen das Verhältnis der einzelnen Linien zueinander abgespeichert. Diese Schriften sind beliebig skalierbar und daher grundsätzlich zu bevorzugen.

Spaltenbreite


In Zeitungen wird Text grundsätzlich in Spalten gesetzt, im Web ist das jedoch selten der Fall. Das liegt u.a. an der verwendeten Technik, HTML: diese Sprache unterstützt erst einmal keinen Spaltensatz.

Wieso überhaupt Spalten setzen? Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass Text in schmalen Spalten deutlich angenehmer zu lesen ist. Das gilt für den Monitor genauso wie für Zeitungspapier. Daher ist es angebracht, auch im Web für schmale Spalten zu sorgen.

Die Schwierigkeit liegt hier in der Realisierung: wie oben schon erwähnt, unterstützt HTML von Haus aus keinen Spaltensatz. Zwar versprechen XML und CSS2 hier auf die Dauer Besserung, bis diese Standards jedoch von dem Browser des "Otto-Normal-Surfers" wirklich verstanden werden, wird es noch einige Zeit dauern.

Eine andere Möglichkeit wäre es, die verwendeten Texte von einem Server-Script in verschiedene Teile aufzusplitten, die dann automatisiert in HTML-Tabellen gespeichert werden. Oder, bei kleineren Seiten durchaus praktikabel: Handarbeit!

Befriedigend sind die bisher aufgeführten Lösungen jedoch nicht, besonders für Seiten mit hohen Besucherzahlen. Die wohl zur Zeit einfachste Vorgehensweise: sorgen Sie dafür, dass Ihr Text in nur einer schmalen Spalte verläuft. Ein Beispiel dafür, wie das funktionieren kann, ist AboutWebDesign: wir verwenden einen Teil der Bildschirmbreite für das Navigationsmenü und einen anderen für unsere "Aktuell"-Kästen, dadurch schrumpft der in der Mitte für den Text verfügbare Platz auf eine erträgliche Breite.

Zeilenabstand


Beachten Sie bitte auch, dass der optimale Zeilenabstand (siehe CSS-Tutorial Teil 2) in Zusammenhang steht mit der Spaltenbreite und der Art der Schrift. Breite Spalten -> großer Zeilenabstand, schmalere Spalten -> kleinerer Zeilenabstand. Tendenziell sollte, sofern man serifenlose Schriften verwendet, ein größerer Zeilenabstand gewählt werden als wenn man Schriften mit Serifen verwenden würde.

Satz


Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Text-Satzes: linksbündig, rechtsbündig, zentriert und Blocksatz.

Links- und rechtsbündige Absätze sind zwar als Stilmittel erlaubt, sollten jedoch keinesfalls für längere Texte eingesetzt werden. Auge und Hirn suchen den Beginn der nächsten Zeile immer zuerst am linken Rand.

Der linksbündige Flattersatz ist dagegen derzeit die optimale Alternative.

Blocksatz sieht dagegen nett aus, wird aber von den Browsern nicht zureichend umgesetzt: um den Zeilen eine einheitliche Breite zu geben, werden Wortabstände gedehnt. Das beeinträchtigt die Lesbarkeit und ist damit nicht zu empfehlen.

Fazit


Im Allgemeinen sollten Sie serifenlose TrueType-Schriftarten verwenden. Versuchen Sie, Ihre Texte in mehrere Spalten zu unterteilen. Wenn das nicht geht oder zu kompliziert ist, reduzieren Sie den Breite Ihres Text-Bereiches so weit, dass der Text angenehm zu lesen ist.