Platzhalter

 
Platzhalter PlatzhalterPlatzhalter

Rezension: Entwurfsmuster von Kopf bis Fuß

Platzhalter
 
  Startseite
  eBook-Projekt
  Web-Lexikon
  Bücher bestellen
   
  Design-Theorie
  Design-Praxis
  Promotion
  HTML/XML-Praxis
  Projekt-Management
  Webmaster-Praxis
  Fragen & Antworten
  Technik-Ecke
   
  Portal/Links
  Buch-Rezensionen
  Software
  Impressum
PlatzhalterPlatzhalter







 

Platzhalter Hand aufs Herz: Wann haben Sie die letzte junge hübsche Frau auf dem Cover eines IT-Buchs gesehen? Eben. Dieses Buch ist anders, und das nicht nur auf dem Titelbild.

Es scheint, als hätten sich die Autoren von einem Ansatz leiten lassen: Es geht nicht primär darum, möglichst viele Fakten in möglichst theoretisch unangreifbarer Form auf möglichst wenigen Seiten unterzubringen. Stattdessen geht es darum, die Dinge so aufzubereiten, dass sie Spaß machen, leicht verständlich sind und möglichst auch noch einfach zu erinnern.

Ist doch gar nichts Besonderes? Der Ansatz wird von vielen Autoren von Webdesign-Büchern schon lange verfolgt? Ja, möglicherweise. Dieses Buch ist aber auch - zumindest im Vergleich mit anderen hier vorgestellten Büchern - anders in Bezug auf Zielgruppe und thematische Ausrichtung: Entwurfsmuster sind ein Thema, das in erster Linie fortgeschrittene Programmierer interessiert, ein Thema, das die Bereitschaft verlangt, sich auf einen hohen Abstraktionsgrad zu begeben.

Das moderne Programmier-Dogma ist die objektorientierte Programmierung, und die dabei dominierenden Sprachen sind Java und vielleicht C#. Wer über Entwurfsmuster, Design Patterns, spricht, beginnt mit einer einfachen Frage: Wie sollte ich meine Objekte und Klassen erstens designen und zweitens zueinander in Beziehung setzen, sodass möglichst guter Code entsteht? "Gut" heißt hier: Verständlich, nicht anfällig gegenüber Fehlern, wartbar, interoperabel, erweiterbar.

Die Frage ist also nicht, mit welchen Methoden Sie Ihre Auto-Klasse ausstatten, denn darüber haben Sie schon genug gelesen. Es geht stattdessen darum, wie Sie eine Liste von Autos möglichst einfach realisieren: vielleicht dem Iterator-Muster folgend, das vorschlägt, eine Art Sammel-Klasse einzuführen, die den Zugriff auf jeweils folgende Autos mit einer next-Methode realisiert?

Oder, praxisnäher und direkt dem Buch entnommen: Stellen Sie sich vor, Sie seien der leitende Programmierer einer großen amerikanischen Kaffeehaus-Kette. Es ist Ihre Aufgabe, ein neues Kassensystem einzuführen. Sie wissen direkt, dass Sie die einzelnen Zutaten als Objekte abbilden möchten. Doch wie realisieren Sie Kombinationen von Zutaten? Wie gehen Sie damit um, wenn ein Gast seinen Doppel-Latte-iced-Frappucchino gern noch mit einem Schuss Schokoladensauce hätte? Möchten Sie für die neue Kaffeevariante, die bis auf eine Zutat mit einer alten identisch ist, wirklich eine komplett neue Klasse erstellen? Oder wäre es vielleicht schöner, hier mit Vererbung zu arbeiten? Kurzum: welches Klassendesign ist flexibel genug, ein weitreichendes Spektrum verschiedener Anwendungsfälle abzudecken?

Die (richtige) Beantwortung solcher Fragen macht einen guten Entwickler aus. Das wird leichter, wenn man sich zuvor mit dem Thema Entwurfsmuster auseinandergesetzt hat - auch als primär im Web-Bereich tätiger Entwickler, zumindest ab einer gewissen Projektgröße bzw. bestimmten Anforderungen an die Integrationsfähigkeit Ihrer Anwendungen. Doch ist dieses Buch der geeignete Leitfaden für eine solche Auseinandersetzung?

Das hängt ganz von Ihnen ab. Design Patterns sind ein Thema, das auch gern von Informatik-Professoren diskutiert wird. Insofern sind viele Abhandlungen dazu in einem relativ trockenen und theoretischen Stil geschrieben. Dieses Buch dagegen verspricht, mit modernen didaktischen Methoden zu arbeiten - z.B. gewollte Redundanz. Ein Thema wird mehrfach angeschnitten, aber aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven, das z.B. unterstützt durch passende Bilder. Je nach Lerntyp findet man also - im Idealfall - den für sich passenden Zugang.

Dementsprechend überraschend - im positiven Sinne - ist dieses Buch manchmal: Haben Sie sich schon einmal vorgestellt, zwei Entwurfsmuster könnten in einen Dialog miteinander treten, welches jetzt das einer Situation angemessenere ist? Während das eine dabei eine psychische Krise infolge empfundener Sinnlosigkeit seiner Existenz durchlebt, kommen die beiden dann letztendlich doch noch zu einer gütlichen Einigung.

Garniert wird das durch viele Bilder in frühem Pop Art-Stil, die also in etwa genau so aussehen, wie man sich amerikanische Werbung in den 50ern vorstellt. Hinzu kommen viele Checklisten, Zusammenfassungen, Geschichten.

Fazit: Wenn Sie sich für Entwurfsmuster interessieren, vielleicht noch kein Experte auf dem Gebiet sind und gern mit Humor und einer gewissen Freude lernen, sollten Sie sich dieses Buch genauer anschauen, am besten in der Buchhandlung Ihres Vertrauens (oder sich zumindest das Probekapitel herunterladen). Danach wird Ihnen klar sein, ob Sie den individuellen Stil der Autoren mögen oder nicht. Andererseits, wenn Sie Entwurfsmuster-Experte sind und nach der ultimativen und kompletten Kurz-Referenz suchen oder vielleicht gern eine Betrachtung des Themas aus wissenschaftlicher Sicht hätten, sollten Sie sich besser nach einem anderen Buch umschauen.

Daten
"Entwurfsmuster von Kopf bis Fuß ", 1. Auflage 2005
Autoren: Eric Freeman & Elisabeth Freeman, mit Kathy Sierra & Bert Bates
Verlag: O'Reilly
ISBN: 3-89721-421-0
Website: http://www.oreilly.de/catalog/hfdesignpatger/

Autor: Alexander Dilthey | Erstmalig veröffentlicht: 29.05.2006 | Einen Artikel schreiben?

 

Neue Artikel

Rezension: Entwurfsmuster von Kopf bis Fuß
Rezension: Webdesign mit CSS
AJAX - XML und JavaScript in Schönheit vereint?
Rich Email - Flash im Newsletter
Screen Reader Usability
Comment Spam und CAPTCHAs
Logfile-Analyse selbst gemacht - ein Perl-Beispiel

Partnerprogramm




Kommentar

Ist die Freiheit der Informationsgesellschaft in Gefahr?
Derzeit leben wir in einer relativ freien Welt. Doch sind derzeit Tendenzen erkennbar, die Freiheit des Individuums den Interessen der Großindustrie zu opfern. Ein Kommentar.

Druckversion
Sie wollen diese Seite ausdrucken? Dafür haben wir eine spezielle Druckversion ohne grafische Elemente entwickelt!



Einführung in CSS bei HTMLWorld.