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Foren und andere Communities: Von Störenfrieden und Moderatoren

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Regeln für die Gemeinschaft


Jede Community benötigt klare Regeln, die regeln, was erlaubt ist und was nicht. Keine soziale Gemeinschaft irgendeiner Art kommt ohne solche Regeln aus - dem Handlungsspielraum des Individuums müssen Grenzen gesetzt werden, damit die Gemeinschaft (oder in diesem Fall: Sie) profitiert.

Moderatoren als Immunsystem


Genauso nötig wie diese Regeln sind aber Mechanismen, die deren Durchsetzung einfordern: Moderatoren. Moderatoren haben in einer typischen Community das Recht, Threads und Postings zu löschen und zu verschieben. Sie dürfen und sollen Benutzer ermahnen, die gegen die Richtlinien verstoßen. Im Extremfall haben sie die Macht, einen Benutzer ganz aus dem Forensystem auszuschließen.

Vom richtigen Moderieren


Um den Moderatoren eine klare Handlungsbasis zu geben, ist es nötig, dass die Regeln Ihrer Community jedem Mitglied zugänglich gemacht werden. Jedes neu eintretende Mitglied muss sich mit ihnen einverstanden erklären, bevor sein Zugang aktiviert wird.

Um den Eindruck von Willkür oder Unfairness zu vermeiden, weisen Sie Ihre Moderatoren an, strikt auf Basis der niedergeschriebenen Regeln zu handeln. Oder geben Sie ihnen einen gewissen Handlungsspielraum. Letztlich ist dies eine Frage des Vertrauens in die Fähigkeiten Ihrer Moderatoren.

Für den Fall eines Regelverstoßes sollte es ein klares Procedere geben: die betreffende Nachricht wird entfernt oder verschoben, ihr Ersteller darüber aufgeklärt, welche Gründe zu dieser Entscheidung führten. Weiterhin wird er aufgefordert, den von ihm eingangs akzeptierten Verhaltensgrundsätzen mehr Beachtung zu schenken.

Dokumentation


In diesem Prozess ist es wichtig, die einzelnen Schritte zu dokumentieren: welche Nachricht wurde weswegen gelöscht oder verändert? Von welchem Benutzer stammte diese Nachricht? Welche IP-Adresse hatte dieser Benutzer? Wurde der Benutzer über die getroffenen Maßnahmen informiert?

Warum das alles? Zur Absicherung. Sollte es später einmal zu Problemen irgendeiner Art kommen, haben Sie den größtmöglichen Datenbestand archiviert. Stellen Sie sich z.B. vor, ein Mitglied bereichert ihre Foren mit seinem rechtsradikalen Gedankengut. Nun melden sich die Behörden bei Ihnen und verlangen Auskunft über IP-Adresse und Benutzername. Zusätzlich können Sie in dieser Situation belegen, dass einer Ihrer Moderatoren in Ihrem Auftrag handelnd das Posting schnellstmöglich entfernt hat.

Natürlich gibt es auch weit weniger drastische Fälle, in denen Dokumentation sich lohnt: in einer großen Community mit vielen Mitgliedern und Moderatoren kann ein Mensch nur schwer den Überblick behalten, ob ein bestimmter User nun zum ersten oder zehnten Mal gegen die Foren-Regeln verstoßen hat. Haben Sie dagegen ein anständiges Archivierungssystem, so sind jedem Moderator Informationen über weitere Ermahnungen zugänglich.

Das Forum im Forum


Um ein solches Dokumentationssystem aufzubauen, können Sie einen Web-Datenbank programmieren. Sie können aber auch einfach Ihr bestehendes Forensystem nutzen: legen Sie zwei Unterforen an, zu denen nur Moderatoren und Administratoren Zugang haben.
In das eine sollen die Moderatoren Nachrichten verschieben, die aus anderen Foren entfernt werden sollen. Das gilt für jede Nachricht - der Grund für die Entfernung ist irrelevant. Lückenlose Dokumentation.

Das andere Forum enthält eine schriftliche Dokumentation der Moderatoren-Aktivität. Löscht beispielsweise ein Moderator eine Nachricht, so legt er in diesem zweiten Forum einen Thread mit dem Benutzernamen des Schreibers als Titel an und postet: "Nachricht von xyz ins Gelöscht-Forum verschoben. Grund: Rassismus im Text". Idealerweise folgt darauf ein Link zu der Nachricht im Archiv.

Wird nun eine weitere Nachricht desselben Mitglieds gelöscht, kann die Dokumentation dazu im selben Thread gespeichert werden. Und jeder Moderator hat einen schnellen Überblick über das, was gerade passiert.

Wir empfehlen, auch den Moderatoren in diesen Foren ihre Veränderungs- und Lösch-Rechte zu entziehen. Sollten die Daten irgendwann einmal in einer prekären Situation gebraucht werden, ist es besser, gegen Manipulation geschützt zu sein.

Fazit


Durch Dokumentation werden zwei Elemente sichtbar: Die Regelkonformität Ihrer Nutzer einerseits und das Verhalten Ihrer Moderatoren andererseits. Zusätzlich schaffen Sie sich Sicherheit. Für den Betreiber einer Community hat das nur Vorteile.

Autor: Alexander Dilthey | Erstmalig veröffentlicht: 15.12.2004 | Einen Artikel schreiben?

 

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