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Wenn Sie etwas im Internet verkaufen wollen, spielen gute Produktfotos eine wichtige Rolle. Gute Fotos vermitteln einen Eindruck von physischer Präsenz des Produkts, geben dem potenziellen Käufer eine zusätzliche Entscheidungs-Grundlage und beseitigen Unsicherheiten.
Wenn Sie das nicht glauben, versuchen Sie doch mal, sich den Quelle-Katalog ohne Fotos vorzustellen.
Allgemein kann gesagt werden: Produkt-Fotos sind verkaufsfördernd.
Jedoch nur, wenn diese Fotos professionell aufgemacht sind. Im folgenden Artikel stellen wir daher einige Maßnahmen vor, den eigenen Produktfotos den richtigen Touch zu verleihen, ohne direkt viel Geld in einen Fotografen investieren zu müssen.
Qualität
Um Ihre Bilder professionell weiterbearbeiten zu können, müssen Sie zunächst für eine anständige Ausgangsqualität sorgen. Wenn Sie eine Digitalkamera verwenden, wählen Sie die bestmögliche Auflösung. Auch sollte Ihr Modell über eine vernünftige automatische Farbkalibrierung verfügen. Gute Kamera-Tests werden einigermaßen regelmäßig von der c't aus dem Heise-Verlag veröffentlicht. Inzwischen sind die Artikel auch online im Heise-Kiosk gegen Zahlung eines geringen Betrages verfügbar.
Natürlich können Sie Ihre Bilder auch mit einer analogen Kamera schießen und dann später im Computer weiterverarbeiten. Entscheidende Schnittstelle ist dann der Scanner. Sie sollten dann eine Auflösung von 300dpi verwenden - je nach Anforderungen auch etwas mehr oder weniger.
Noch ein Wort zu Farben und Computer-Darstellung: Allgemein können Sie davon ausgehen, dass Ihre Bildschirmdarstellung eines Bildes nicht exakt identisch mit der Darstellung auf einem anderen Monitor sein wird. Dieser Effekt entsteht, weil jeder Monitor Farben prinzipiell etwas anders darstellt. Hinzu kommen noch vom Anwender festgelegte Einstellungen wie Helligkeit, Kontrast oder Farbtemperatur.
Ein ähnlicher Effekt lässt sich übrigens auch bei digitalen Aufnahmegeräten wie Scannern beobachten: jeder Scanne wird eine Farbe etwas anders digitalisieren.
Zur professionellen Vermeidung dieser Probleme benötigt man teures Spezialgerät für genaue Farbkalibrierungen.
Inzwischen liefern viele Gerätehersteller jedoch ein so genanntes ICC-Profil mit: in diesen Dateien sind die Eigenheiten des Geräts in Bezug auf Farbdarstellung spezifiziert. Obwohl Sie mit diesen Dateien keine hundertprozentigen Ergebnisse erreichen, kommen Sie so doch einen Schritt näher an ein zuverlässiges Ergebnis. Wir empfehlen, diese Dateien möglichst zu verwenden.
Platzierung des Produkts
Wenn Sie wenig Erfahrung mit Fotografie haben, bauen Sie ein einfaches Szenario auf: Ihr Produkt in einer simplen Position auf einem einfarbigen Hintergrund.
Oft wirken Objekte besser, die leicht schräg liegen. Das vermeidet einen allzu statischen Eindruck. Experimentieren Sie also mit der genauen Position Ihres Produkts auf Ihrer Unterlage, oder lassen Sie sich von dem Katalog des Versandhändlers Ihres Vertrauens inspirieren.
Der Hintergrund sollte für den Anfang möglichst einfach sein: einfarbig, keine Maserung oder Struktur. Achten Sie auf einen ausreichenden Kontrast zum Objekt: bitte keine grünen Erbsen auf grüner Pappe fotografieren.
Man kann sich hier für eine eher neutrale Unterlage entscheiden (z.B. weiß oder grau). Wer aber beispielsweise grüne Erbsen auf roter Pappe fotografiert, erreicht durch den starken Farbkontrast einen ganz neuen Effekt: das Bild wirkt poppig, kräftig, lebendig.
Beleuchtung
Auch hier gilt zu Anfang: keep it simple. Eine normal warme, natürliche Beleuchtung tut es meistens ganz gut (Tageslicht?). Experimentieren Sie mit dem Blitz Ihrer Kamera, wenn das Umgebungslicht zu dunkel ist. Alternativ dazu richten Sie eine Lampe auf das Objekt.
Wenn Sie eine Digitalkamera verwenden, wundern Sie sich nicht über seltsame Ergebnisse: die automatische Farbeinstellung hat häufig Probleme mit Kunstlicht.
Bildgröße
Wenn Sie das Bild im Internet präsentieren, werden Sie zunächst eine stark verkleinerte Version verwenden - Ihre Surfer werden Ihnen die schnelle Ladezeit danken.
Häufig gibt es jedoch ein weitergehendes Bedürfnis nach Details, je näher die Kaufentscheidung rückt. Um diesem zu genügen, können Sie eine hochauflösende Bildversion zum Download anbieten. Sie können aber auch einzelne Details separat herausheben, z.B. durch eine gekennzeichnete Vergrößerung. Manche Autohersteller z.B. zeigen erst ein Gesamtbild ihres Modells und bilden darunter in Vergrößerung die Teile des Designs ab, auf die sie besonders stolz sind.
Farben und Kontraste
Mit Photoshop, PhotoPaint oder dem Tool Ihrer Wahl können Sie die Farben des Bildes noch dezent nachbearbeiten: hier etwas mehr Kontrast, da etwas mehr Sättigung. Die entsprechenden Menüpunkte sind fast immer selbstbeschreibend - halten Sie nach "Sättigung", "Farbanpassung", "Kontrast" oder "Helligkeit" Ausschau.
Doch Vorsicht: subtile Veränderungen sind in Ordnung, wirklich verfälschende Maßnahmen jedoch nicht. Machen Sie Ihren Computerbildschirm nicht strahlend weiß, wenn Ihr Produkt nur grau ist.
Zusätzliche Verbesserungen
Mit einer einfachen Bildbearbeitung können Sie das Bild nun noch weitergehend modifizieren: wenn Ihr Objekt beispielsweise auf einem weißen Hintergrund liegt, können Sie einen schwarzen Schatten hinzufügen. Der zusätzliche Eindruck von Dreidimensionalität wirkt fast immer nett.
Was sonst noch möglich ist, hängt in erster Linie von Ihrem Programm ab. Seien Sie jedoch auch hier auf der Hut vor Übertreibungen.
Bei allen Bildbearbeitungen gilt: wenden Sie die Modifikationen an der hochauflösendsten Bildversion an, die Sie haben. Herunterrechnen (Verkleinern) sollten Sie das Bild erst im letzten Schritt - natürlich nicht ohne eine Sicherheitskopie der großen Version.
Mehr Möglichkeiten
Natürlich haben Sie noch weitaus mehr Möglichkeiten: Sie können ein Produkt beispielsweise aus mehreren Perspektiven fotografieren. Oder, für die technisch Begeisterten: erstellen Sie eine drehbare Panorama-Ansicht. Es gibt Java Applets, die das ermöglich. Auch Apples Quicktime hat dahingehende Optionen.
Fazit
Produktfotos erhöhen die Chance, etwas zu verkaufen. Nutzen Sie sie, auch, wenn es sich dabei nur um eine Abbildung der Verpackung Ihres Softwareprodukts handelt. Versetzen Sie sich dabei in die Rolle des potenziellen Konsumenten: Würden Sie ein Produkt kaufen, das so aussieht? Wenn Sie diese Frage mit Ja beantwortet haben, können Sie Ihr Bild online stellen.
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