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Pro und Contra Flash

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Platzhalter "Bitte warten Sie einen Moment, während unser Flash-Intro lädt".

So - oder ähnlich - beginnen viele Web-Auftritte. Meiner Meinung nach zu viele. Das könnte etwas damit zu tun haben, dass ich in 90% aller Fälle überhaupt kein Intro sehen will, sondern einfach nur Zugang zu den von mir gewünschten Informationen. Schnell und einfach.

Distanzieren wir uns etwas von diesem konkreten Beispiel: gibt es Gründe, die für den Einsatz von Flash sprechen?

Tolle Effekte


Ja, auf jeden Fall. Mit Flash ist eine zuvor ungekannte Animation und Interaktivität ins Web eingezogen. Die mit Flash realisierbaren Effekte sind - im Moment - ziemlich einmalig.

Gibt es jedoch auch Contra-Argumente? Nicht zu wenige.

Usability


Am Schwersten wiegt meiner Meinung nach die oft vernachlässigte Usability: viele Flash-Designer versuchen, möglichst viele, tolle Effekte in ihre Multimedia-Filmchen einzubauen. Wie jedoch schon in der Einführung erwähnt, bleibt dabei oft die Usability auf der Strecke. Meiner Meinung nach lassen sich die Prioritäten des Surfers recht einfach zusammenfassen: er will das, was er sucht, und zwar schnell und einfach.

Dass es durchaus möglich ist, auch mit Flash schnell ladende, einfach bedienbare Interfaces zu gestalten, will und kann ich nicht abstreiten. Worum es mir geht, ist die Tatsache, dass die Technologie von vielen Designern einfach nicht adäquat eingesetzt wird.

Daher mein Rat an dieser Stelle: wenn Sie Flash wirklich gut beherrschen, wenn Sie dem Benutzer wirklich etwas zu zeigen haben, ist das legitim, wenn sich daraus kein Nachteil (z.B. zu lange Ladezeiten) für den User ergibt. Wenn Sie kein Flash-Profi sind, lassen Sie es lieber und versuchen es mit HTML.

Verbreitung


Neben der Gefahr, sich in der Usability-Wüste zu verirren, gibt es noch ein paar andere Fakten, die mehr oder weniger gegen Flash sprechen: so ist das Flash-Plugin z.B. (laut WebHits-Statistik 17.04.2001) auf ca. 97,5% aller Surfer installiert. Das bedeutet für Unternehmen, die voll und ganz auf Flash setzen, einen potenziellen Kundenverlust von 2,5%. Das ist lapidar? Für eine Privat-Seite schon, aber für ein Unternehmen bedeutet eine Veränderung der Umsätze um 2,5 Prozent schon einiges. Abgesehen davon fehlt der Webhits-Statistik natürlich eine nach Zielgruppen getrennte Auflistung: die ermittelten Prozentsätze treffen sicher nicht auf jede Benutzergruppe im deutschen WWW zu. Untersuchen Sie also vor Flash-Einsatz gründlich, mit wem Sie es zu tun haben.

Internet Appliances


Ist damit zu rechnen, dass dieser Bodensatz von 2,5% bald verschwindet? Möglicherweise wird der Anteil der Surfer mit Flash in Zukunft sogar wieder abnehmen: die vielbeschworenen "Internet Appliances" haben oft ihre Probleme mit dem proprietären Format, und gerade die mobile Internet-Nutzung wird in Zukunft sicherlich zunehmen.

Nicht zu vergessen die div. praktischen Nachteile: für Sie als Webmaster hat Flash z.B. den Nachteil, dass Ihre Logfiles nur noch beschränkt aussagekräftig, wenn nicht sogar nutzlos, werden. Der Surfer muss auf Flash-Seiten z.B. auf die Möglichkeit verzichten, Text zu markieren, Bookmarks zu setzen, Links in einem neuen Fenster zu öffnen oder einfach nur den Zurück-Button seines Browsers zu benutzen.

Benachteiligung


Wussten Sie übrigens, dass unsere Gesetze die Benachteiligung Behinderter verbieteten? Wer konsequent Flash einsetzt, schließt Behinderte jedoch von der Nutzung seiner Seite aus. Wobei es mir hier jedoch nicht um Gesetzestexte geht, sondern um eine gewisse Art der Moral: viele Behinderte haben es aufgrund ihrer körperlichen Benachteiligung schon schwer genug, da sollten wir es auf jeden Fall vermeiden, ihnen den Weg ins Web zu verbauen.

In Zukunft SVG?


Übrigens: es gibt eine Alternative zu Flash: das Dateiformat SVG (Tutorial bei uns verfügbar). Dabei handelt es sich um einen Abkömmling von XML, basierend also auf Textdateien. SVG ist ein Format für Vektorgrafiken, Animation ist prinzipiell auch möglich. Die zur Darstellung nötigen Plug-Ins haben sich noch nicht durchgesetzt - wenn es diesbezüglich etwas Neues gibt, erfahren Sie es hier!

Autor: Alexander Dilthey | Erstmalig veröffentlicht: 17.04.2002 | Einen Artikel schreiben?

 

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